TRGS 524 Schulung oder Lehrgang – Gibt es Unterschiede? ist eine häufige Frage von Bauleitern, Planern, Sachverständigen und Unternehmen, die mit Gebäudeschadstoffen oder anderen kontaminierten Bereichen arbeiten. Entscheidend ist dabei, die Fachkundeanforderungen der TRGS 524 von bloßen Marketingbezeichnungen einzelner Seminarangebote zu unterscheiden.
Wer die praktische Anwendung vertiefen möchte, findet im TRGS 524 + TRGS 521 Lehrgang der Fleming Akademie eine Weiterbildung mit Bezug zu Gebäudeschadstoffen, Gefährdungsbeurteilung, Probenahme, Schutzmaßnahmen und Messungen.
1. Schulung, Seminar und Lehrgang sind keine einheitlich geschützten Produktnamen
Im Weiterbildungsmarkt werden die Begriffe unterschiedlich verwendet. Entscheidend ist deshalb nicht die Überschrift des Angebots, sondern welche Fachkenntnisse, Lehreinheiten und Nachweise tatsächlich vermittelt werden.
2. Entscheidend sind die Anforderungen der TRGS 524
Wer einen Lehrgang zum Erwerb spezifischer Fachkenntnisse nach Anlage 2A sucht, sollte auf mindestens 32 Lehreinheiten achten; bei Anlage 2B nennt die TRGS mindestens 14 Lehreinheiten.
3. Ein Kurzseminar kann trotzdem sinnvoll sein
Für Auffrischung, Sensibilisierung oder einzelne Spezialthemen kann ein eintägiges Seminar wertvoll sein. Es ist aber nicht automatisch mit einem vollständigen Fachkundelehrgang gleichzusetzen.
4. Fachkunde und Sachkunde unterscheiden
TRGS 524 spricht von Fachkunde. Die DGUV Regel 101-004 verwendet in ihren Lehrgangsmodellen den Begriff Sachkunde. BG BAU erläutert, dass die entsprechende DGUV-Sachkunde die Fachkundeanforderungen der TRGS erfüllt.
Für die Umsetzung auf Baustellen ist außerdem der Beitrag Arbeitsplan nach TRGS 524 – Schritt für Schritt erklärt hilfreich.
5. Abschluss und Erfolgskontrolle
Die TRGS sieht für Lehrgänge zum Erwerb der spezifischen Fachkenntnisse vor, dass der Lehrgang mit einer Erfolgskontrolle abschließen soll.
6. Inhalte statt Marketingbezeichnung prüfen
Gefahrstoffe, Gefährdungsbeurteilung, Arbeitsverfahren, Schutzmaßnahmen, PSA, Messungen, Notfallorganisation und Verantwortungsstrukturen gehören zu den wesentlichen Themen.
7. Gebäudeschadstoffe als Spezialisierung
Wer überwiegend im Hochbau und Bestand arbeitet, sollte darauf achten, dass typische Gebäudeschadstoffe und reale Sanierungssituationen behandelt werden.
Praxis-Tipp
Vor der Buchung sollte immer geklärt werden, welches Qualifikationsziel der Lehrgang verfolgt, wie viele Lehreinheiten vorgesehen sind und ob der Nachweis zur eigenen Tätigkeit passt.
8. Praxisbezug
Probenahme, Messgeräte, PSA oder Fallbeispiele machen abstrakte Regelwerke verständlicher. Das ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal.
Zum Schutzkonzept gehören auch PSA bei Arbeiten nach TRGS 524 und – bei inhalativen Gefährdungen – eine fachgerechte Luftmessung bei Gebäudeschadstoffen.
9. Online oder Präsenz sagt nichts über den Titel aus
Das Format allein entscheidet nicht darüber, ob die vermittelten Inhalte die fachlichen Anforderungen erfüllen. Lehrplan, Umfang und Lernerfolg sind entscheidender.
10. Bescheinigung genau lesen
Auf dem Nachweis sollte klar erkennbar sein, welcher Lehrgang absolviert wurde und auf welche Regelwerksanforderungen er sich bezieht.
Wichtig bei Asbest
Ein TRGS-524-Lehrgang ersetzt nicht automatisch die speziellen Sachkundenachweise der TRGS 519. Wer entsprechende Asbestarbeiten verantwortlich durchführen soll, muss die hierfür geltenden Anforderungen separat prüfen. Eine weiterführende Qualifikation bietet der TRGS 519 Anlage 3 Lehrgang.
11. Anbieter fragen
Vor Buchung sollte man konkret fragen: Anlage 2A oder 2B? Wie viele Lehreinheiten? Welche Erfolgskontrolle? Welche Zielgruppe?
12. Fazit
Nicht 'Schulung' oder 'Lehrgang' entscheidet über den Wert, sondern Inhalt, Umfang, Qualifikationsziel und Nachweis.
Weiterführendes Praxiswissen
Zur vollständigen Projektabwicklung gehört schließlich eine belastbare Dokumentation nach TRGS 524. Damit werden Erkundung, Gefährdungsbeurteilung, Schutzmaßnahmen, Messungen und Änderungen nachvollziehbar zusammengeführt.
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