
Was ist der Unterschied zwischen VOB/A und VOB/B
Wer im Bauwesen tätig ist, stößt früher oder später auf die Begriffe VOB/A und VOB/B. Doch was ist der Unterschied zwischen VOB/A und VOB/B genau? Und warum ist diese Unterscheidung für Auftraggeber, Architekten, Ingenieure und Bauunternehmen so wichtig?
Anerkannt von Architekten- & Ingenieurkammern bundesweit:
Die Abkürzung VOB steht für „Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen“. Sie ist ein zentrales Regelwerk im deutschen Bauvergaberecht und wird vom Deutscher Vergabe- und Vertragsausschuss für Bauleistungen (DVA) herausgegeben.
Die VOB besteht aus drei Teilen:
• VOB/A – Allgemeine Bestimmungen für die Vergabe von Bauleistungen
• VOB/B – Allgemeine Vertragsbedingungen für die Ausführung von Bauleistungen
• VOB/C – Allgemeine Technische Vertragsbedingungen (ATV)
Für die Praxis besonders relevant sind VOB/A und VOB/B – sie regeln unterschiedliche Phasen eines Bauprojekts.
Worum geht es bei der VOB/A?
Die VOB/A enthält Vorschriften zur Ausschreibung und Vergabe von Bauleistungen. Sie regelt also den Weg vom Vergabeverfahren bis zur Zuschlagserteilung.
Typische Inhalte sind:
• Wahl der Vergabeart (öffentliche Ausschreibung, beschränkte Ausschreibung etc.)
• Anforderungen an die Bekanntmachung
• Fristenregelungen
• Eignungsprüfung der Bieter
• Wertung der Angebote
• Zuschlagserteilung
Die VOB/A ist insbesondere für öffentliche Auftraggeber verpflichtend anzuwenden.
Also:
• Kommunen
• Landes- und Bundesbehörden
• Öffentliche Institutionen
• Sektorenauftraggeber
Aber auch private Auftraggeber orientieren sich häufig an ihren Regelungen, um Transparenz und Rechtssicherheit zu gewährleisten.
Ziel der VOB/A
Die VOB/A stellt sicher, dass:
• Wettbewerb gewährleistet ist
• Bieter gleichbehandelt werden
• Vergabeverfahren transparent ablaufen
• Haushaltsmittel wirtschaftlich eingesetzt werden
Kurz gesagt: Die VOB/A regelt das „Wie“ der Auftragsvergabe.
Worum geht es bei der VOB/B?
Die VOB/B enthält Allgemeine Vertragsbedingungen für Bauverträge. Sie wird Bestandteil des Bauvertrags, wenn dies ausdrücklich vereinbart wird.
Im Gegensatz zur VOB/A betrifft sie nicht die Ausschreibung, sondern die Vertragsdurchführung nach Zuschlag.
Typische Inhalte:
Die VOB/B ist damit ein spezielles Bauvertragsrecht und ergänzt bzw. modifiziert das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB).
Rechtliche Einordnung
Die VOB/B ist keine gesetzliche Vorschrift, sondern ein Klauselwerk mit AGB-Charakter. Damit sie wirksam wird, muss sie:
• vollständig vereinbart werden
• dem Vertragspartner zugänglich gemacht werden
Bei öffentlichen Auftraggebern ist sie regelmäßig Vertragsbestandteil.
Ziel der VOB/A
Die VOB/B schafft ein ausgewogenes Regelwerk für:
• Bauherren
• Bauunternehmen
• Planer
Sie soll typische Risiken bei Bauprojekten fair verteilen und praktikable Lösungen für Konflikte bieten.
Unterschied zwischen VOB/A und VOB/B – einfach erklärt
Zusammengefasst:
Wer sich fragt, was der Unterschied zwischen VOB/A und VOB/B ist,
sollte sich merken:
Vergabephase versus Ausführungsphase.
Die saubere Trennung ist entscheidend für:
• Rechtssicherheit
• Vermeidung von Vergabefehlern
• Durchsetzung von Nachträgen
• Ordnungsgemäße Abwicklung von Bauverträgen
Fehler in der Vergabephase können zur Unwirksamkeit des Zuschlags führen. Fehler in der Vertragsabwicklung können erhebliche wirtschaftliche Schäden verursachen.
Gerade für Architekten und Ingenieure ist ein fundiertes Verständnis beider Regelwerke unerlässlich, da sie häufig sowohl im Vergabeverfahren als auch in der Bauüberwachung eine Schlüsselrolle spielen.
VOB und BGB-Bauvertragsrecht
Seit der Reform des Bauvertragsrechts im Jahr 2018 enthält das BGB spezielle Regelungen für Bauverträge. Dennoch bleibt die VOB/B in der Praxis bedeutsam, da sie:
• detailliertere Spezialregelungen enthält
• praxiserprobte Mechanismen zur Nachtragsabwicklung bietet
• im öffentlichen Bereich etabliert ist
Die VOB/A hingegen bleibt das maßgebliche Regelwerk für die Vergabe öffentlicher Bauaufträge.
Fazit
Was ist der Unterschied zwischen VOB/A und VOB/B?
• Die VOB/A regelt das Verfahren der Auftragsvergabe.
• Die VOB/B regelt den Inhalt und die Abwicklung des Bauvertrags.
Beide Teile erfüllen unterschiedliche Funktionen, greifen jedoch ineinander. Wer Bauprojekte professionell steuern möchte, sollte die Systematik verstehen und sicher anwenden können.
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