
Geschrieben von Alexander Fleming
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08.03.2026
Die Verdingungsordnung für Bauleistungen (VOB) ist eines der wichtigsten Regelwerke im deutschen Bauwesen. Sie regelt, wie Bauleistungen ausgeschrieben, vergeben und abgewickelt werden. Besonders bei öffentlichen Bauaufträgen ist sie von zentraler Bedeutung. Doch viele Bauherren, Handwerker oder Bauunternehmen stellen sich eine grundlegende Frage:
Wie heißen die drei Teile der VOB?
Die Antwort lautet:
VOB/A – Allgemeine Bestimmungen für die Vergabe von Bauleistungen
VOB/B – Allgemeine Vertragsbedingungen für die Ausführung von Bauleistungen
VOB/C – Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV)
Doch diese kurze Antwort erklärt noch nicht, warum die drei Teile existieren, welche Aufgaben sie haben und wie sie in der Praxis angewendet werden. In diesem umfassenden Leitfaden erfahren Sie:
Welche Funktion die VOB im Bauwesen hat
Wie sich die drei Teile der VOB unterscheiden
Wann welcher Teil angewendet wird
Warum die VOB besonders für Bauunternehmen wichtig ist
Praktische Beispiele aus dem Baualltag
Dieser Artikel erklärt Ihnen die VOB verständlich, praxisnah und SEO-optimiert, sodass Sie danach genau wissen, wie die drei Teile der VOB heißen und was sie bedeuten.
1. Was ist die VOB überhaupt?
Die Verdingungsordnung für Bauleistungen (VOB) ist ein umfangreiches Regelwerk für die Vergabe und Durchführung von Bauleistungen in Deutschland.
Sie wird herausgegeben vom
Deutscher Vergabe- und Vertragsausschuss für Bauleistungen (DVA).
Die VOB sorgt dafür, dass Bauprojekte:
transparent ausgeschrieben
fair vergeben
vertraglich klar geregelt
technisch eindeutig beschrieben
werden.
Das Regelwerk wird besonders häufig bei öffentlichen Bauaufträgen angewendet, etwa bei:
Straßenbau
Schulbau
Brückenbau
kommunalen Bauprojekten
öffentlichen Gebäuden
Doch auch private Bauherren und Bauunternehmen nutzen häufig die VOB als Vertragsgrundlage.
2. Wie heißen die drei Teile der VOB?
Die VOB besteht aus drei eigenständigen Teilen, die unterschiedliche Bereiche eines Bauprojekts regeln.
I. VOB/A – Vergabe von Bauleistungen
Der erste Teil der VOB heißt:
VOB/A – Allgemeine Bestimmungen für die Vergabe von Bauleistungen
Dieser Teil regelt den gesamten Ausschreibungs- und Vergabeprozess.
Was wird in der VOB/A geregelt?
Die VOB/A beschreibt:
wie Bauleistungen ausgeschrieben werden
wie Angebote eingeholt werden
wie Angebote geprüft werden
wie ein Auftrag vergeben wird
Kurz gesagt: VOB/A regelt den Weg vom Bauprojekt bis zur Auftragsvergabe.
Typische Inhalte der VOB/A
Die wichtigsten Themen sind:
Öffentliche Ausschreibungen
Beschränkte Ausschreibungen
Freihändige Vergaben
Angebotsfristen
Angebotswertung
Zuschlagserteilung
Beispiel aus der Praxis
Eine Stadt möchte ein neues Schulgebäude bauen.
Der Ablauf nach VOB/A:
Planung des Bauprojekts
Erstellung der Ausschreibungsunterlagen
Veröffentlichung der Ausschreibung
Bauunternehmen reichen Angebote ein
Prüfung der Angebote
Vergabe des Auftrags
Die Regeln dafür stehen in der VOB/A.
II. VOB/B – Vertragsbedingungen für Bauleistungen
Der zweite Teil der VOB heißt:
VOB/B – Allgemeine Vertragsbedingungen für die Ausführung von Bauleistungen
Dieser Teil ist der wichtigste Teil für Bauunternehmen und Auftraggeber, denn er regelt den Bauvertrag selbst.
Die VOB/B wird häufig als Alternative zum normalen Werkvertrag nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) verwendet.
Welche Themen regelt die VOB/B?
Die VOB/B beschreibt unter anderem:
Vertragsabschluss
Bauausführung
Fristen
Nachträge
Abnahme
Mängel
Gewährleistung
Kündigung
Damit regelt sie die gesamte Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber und Bauunternehmen während der Bauphase.
Beispiel aus der Praxis
Ein Bauunternehmen baut ein Mehrfamilienhaus.
Während des Projekts passiert Folgendes:
Es entstehen zusätzliche Leistungen
Es gibt Terminverschiebungen
Der Bauherr entdeckt Mängel
All diese Situationen werden in der VOB/B geregelt.
Warum ist die VOB/B so wichtig?
Sie schafft klare Regeln für Konflikte, zum Beispiel bei:
Bauverzögerungen
Kostensteigerungen
Mängelbeseitigung
Abschlagszahlungen
Deshalb wird sie von vielen Bauunternehmen standardmäßig in Bauverträge integriert.
III. VOB/C – Technische Vorschriften für Bauleistungen
Der dritte Teil heißt:
VOB/C – Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV).
Dieser Teil ist besonders technisch und richtet sich vor allem an:
Bauunternehmen
Handwerksbetriebe
Architekten
Ingenieure
Was steht in der VOB/C?
Die VOB/C enthält detaillierte technische Regeln für einzelne Bauleistungen.
Beispiele:
Erdarbeiten
Betonarbeiten
Mauerarbeiten
Dacharbeiten
Malerarbeiten
Fliesenarbeiten
Für jedes Gewerk gibt es eigene technische Vorschriften.
Beispiel
Ein Unternehmen führt Fliesenarbeiten aus.
Die VOB/C regelt beispielsweise:
Vorbereitung des Untergrunds
Verlegung der Fliesen
Fugenbreiten
Qualitätsanforderungen
Abrechnung der Leistung
Damit wird sichergestellt, dass Bauleistungen einheitlich und fachgerecht ausgeführt werden.
Kurz gesagt:
VOB/A → Vergabe
VOB/B → Vertrag
VOB/C → Technik
Übrigens: Wenn Sie im Bereich der Gebäudeschadstoffsanierung oder Gebäudeabbruch tätig sind, dann ist die VOB/C DIN 18448 besonders wichtig für Sie. In einem Tagesseminar haben wir die wesentlichen Inhalte der VOB, GefStoffV und der DIN 18448 für Sie aufgearbeitet:

3. Warum ist die VOB im Bauwesen so wichtig?
Die VOB ist ein zentraler Bestandteil des deutschen Baurechts, weil sie:
1. Einheitliche Standards schafft
Alle Beteiligten arbeiten nach denselben Regeln.
Das reduziert:
Missverständnisse
Streitigkeiten
Rechtsunsicherheiten
2. Transparenz bei öffentlichen Aufträgen schafft
Gerade bei öffentlichen Bauprojekten muss gewährleistet sein, dass:
Aufträge fair vergeben werden
Steuergelder korrekt verwendet werden
Unternehmen gleiche Chancen haben
Die VOB/A sorgt für diese Transparenz.
3. Bauprojekte rechtlich absichert
Durch klare Vertragsregeln (VOB/B) wissen:
Bauherren
Bauunternehmen
Architekten
genau, welche Rechte und Pflichten sie haben.
4. Unterschiede zwischen VOB und BGB-Bauvertrag
Neben der VOB gibt es auch Bauverträge nach dem Bürgerliches Gesetzbuch (BGB).
Der größte Unterschied liegt in der Detailtiefe der Regelungen.
BGB-Bauvertrag
allgemeine gesetzliche Regeln
weniger bauspezifische Details
VOB-Vertrag
speziell für Bauprojekte entwickelt
detaillierte Regelungen
praxisnah
Deshalb wird die VOB vor allem bei größeren Bauprojekten verwendet.
Übrigens: in unserem Tagesseminar gehen wir auf die tiefen Inhalte der VOB/B sowie den wesentlichen Aspekte und Unterschiede zwischen den VOB/B und BGB Verträgen:

5. Wann gilt die VOB?
Die VOB gilt nicht automatisch.
Sie muss vertraglich vereinbart werden.
Das passiert meist durch eine Formulierung wie:
„Es gilt die VOB/B in der jeweils gültigen Fassung.“
Ohne diese Vereinbarung gilt automatisch das BGB-Baurecht.
6. Häufige Missverständnisse über die VOB
„Die VOB ist ein Gesetz“
Das stimmt nicht ganz.
Die VOB ist kein Gesetz, sondern ein Regelwerk.
Sie wird jedoch so häufig verwendet, dass sie praktisch quasi gesetzesähnliche Bedeutung hat.
„Die VOB gilt automatisch bei Bauprojekten“
Auch das stimmt nicht.
Sie gilt nur, wenn sie vertraglich vereinbart wurde.
„Die VOB gilt nur für öffentliche Projekte“
Auch private Bauverträge können auf der VOB basieren.
7. Fazit: Wie heißen die drei Teile der VOB?
Die Verdingungsordnung für Bauleistungen (VOB) besteht aus drei zentralen Teilen:
VOB/A – Allgemeine Bestimmungen für die Vergabe von Bauleistungen
VOB/B – Allgemeine Vertragsbedingungen für die Ausführung von Bauleistungen
VOB/C – Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen
Jeder Teil erfüllt eine eigene Funktion im Bauprozess:
VOB/A → Ausschreibung und Vergabe
VOB/B → Bauvertrag
VOB/C → technische Ausführung
Gemeinsam sorgen sie dafür, dass Bauprojekte transparent, rechtssicher und technisch einheitlich umgesetzt werden.
8. FAQ – Häufige Fragen zur VOB
1. Wie heißen die drei Teile der VOB?
Die drei Teile der VOB heißen:
VOB/A – Vergabe von Bauleistungen
VOB/B – Vertragsbedingungen für Bauleistungen
VOB/C – Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen
2. Ist die VOB ein Gesetz?
Nein. Die VOB ist kein Gesetz, sondern ein Regelwerk für Bauverträge und Vergaben. Sie wird jedoch in vielen Bauverträgen verbindlich vereinbart.
3. Wann wird die VOB angewendet?
Die VOB wird angewendet, wenn sie im Bauvertrag ausdrücklich vereinbart wurde. Besonders häufig passiert das bei öffentlichen Bauaufträgen.
4. Was ist der wichtigste Teil der VOB?
Für Bauunternehmen und Bauherren ist meist die VOB/B der wichtigste Teil, da sie die Vertragsbedingungen und den Ablauf während der Bauausführung regelt.
5. Was bedeutet ATV in der VOB/C?
ATV bedeutet Allgemeine Technische Vertragsbedingungen. Diese enthalten detaillierte technische Regeln für einzelne Bauleistungen wie Betonarbeiten, Dacharbeiten oder Fliesenarbeiten.