
Geschrieben von Alexander Fleming
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11.04.2026
Asbest ist auch Jahrzehnte nach seinem Verbot ein hochrelevantes Thema in der Bau- und Sanierungsbranche. Besonders bei Arbeiten an älteren Gebäuden stellt sich schnell die Frage: Welchen Asbestschein brauche ich eigentlich? Die Antwort darauf ist nicht nur entscheidend für die eigene Sicherheit, sondern auch für die rechtliche Absicherung und die beruflichen Möglichkeiten.
In diesem Beitrag erfährst du, welche Arten von Asbestscheinen es gibt, worin sie sich unterscheiden und warum sich in den meisten Fällen der sogenannte „große Asbestschein“ klar empfiehlt.
Warum ist ein Asbestschein überhaupt notwendig?
Asbestfasern sind gesundheitlich extrem gefährlich. Werden sie freigesetzt und eingeatmet, können sie schwere Erkrankungen wie Asbestose oder Lungenkrebs verursachen. Deshalb unterliegt der Umgang mit asbesthaltigen Materialien in Deutschland strengen gesetzlichen Vorschriften, insbesondere der TRGS 519 (Technische Regeln für Gefahrstoffe).
Ein Asbestschein ist daher nicht nur ein „Nice-to-have“, sondern eine verpflichtende Qualifikation, wenn du:
mit asbesthaltigen Materialien arbeitest
Sanierungen oder Rückbau durchführst
Baustellen mit Asbestbelastung leitest oder beaufsichtigst
Ohne entsprechenden Nachweis drohen Bußgelder, Baustopps und im schlimmsten Fall strafrechtliche Konsequenzen.
Die verschiedenen Asbestscheine im Überblick
Grundsätzlich wird zwischen zwei Hauptarten unterschieden:
Der „kleine Asbestschein“ (Sachkunde nach Anlage 4 TRGS 519)
Der kleine Asbestschein richtet sich an Personen, die einfache Arbeiten geringer Exposition durchführen.
Typische Tätigkeiten:
Arbeiten an fest gebundenem Asbest (z. B. Asbestzementplatten)
Kleine Instandhaltungsmaßnahmen
Tätigkeiten mit geringer Faserfreisetzung
Merkmale:
Kürzere Schulungsdauer (meist 1–2 Tage)
Eingeschränkter Tätigkeitsbereich
Keine Berechtigung für komplexe oder stark belastete Arbeiten
Fazit: Der kleine Asbestschein ist ein Einstieg, aber stark limitiert.
Der „große Asbestschein“ (Sachkunde nach Anlage 3 TRGS 519)
Der große Asbestschein ist die umfassendste und wichtigste Qualifikation im Umgang mit Asbest.
Typische Einsatzbereiche:
Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten (ASI-Arbeiten)
Umgang mit schwach gebundenem Asbest
Leitung und Überwachung von Baustellen
Erstellung von Arbeitsplänen und Sicherheitskonzepten
Merkmale:
Umfangreiche Schulung (meist 3–5 Tage)
Deutlich breiteres Einsatzspektrum
Voraussetzung für verantwortliche Positionen
Höhere Akzeptanz bei Behörden und Auftraggebern
Fazit: Der große Asbestschein bietet maximale Sicherheit, Flexibilität und Karrierechancen.
Kleiner oder großer Asbestschein – was ist die bessere Wahl?
IViele stellen sich die Frage, ob der kleine Asbestschein ausreicht. Die ehrliche Antwort: In den meisten Fällen nein.
Einschränkungen des kleinen Asbestscheins
Der kleine Asbestschein ist stark begrenzt:
Nur für bestimmte Materialien zugelassen
Keine Arbeiten mit hoher Gefährdung erlaubt
Nicht ausreichend für viele gewerbliche Aufträge
Keine Führungs- oder Aufsichtsfunktion möglich
Gerade im professionellen Umfeld stößt man damit schnell an Grenzen.
Warum der große Asbestschein die bessere Entscheidung ist
Wenn du langfristig in der Bau-, Sanierungs- oder Entsorgungsbranche arbeiten willst, führt kaum ein Weg am großen Asbestschein vorbei.
1. Deutlich mehr Einsatzmöglichkeiten
Mit dem großen Asbestschein bist du für nahezu alle Tätigkeiten im Asbestbereich qualifiziert:
Komplexe Sanierungsprojekte
Arbeiten in kontaminierten Innenräumen
Rückbau ganzer Gebäudeteile
Du bist nicht eingeschränkt und kannst flexibel eingesetzt werden.
2. Höhere Sicherheit für dich und andere
Die umfangreichere Ausbildung vermittelt tiefgehendes Wissen über:
Gefährdungsbeurteilung
Schutzmaßnahmen
richtige Entsorgung
Notfallmaßnahmen
Das reduziert Risiken erheblich und schützt deine Gesundheit.
3. Bessere Karrierechancen
Der große Asbestschein ist oft Voraussetzung für:
Bauleiter- oder Vorarbeiterpositionen
Selbstständigkeit im Sanierungsbereich
lukrative Aufträge im Spezialbereich
Viele Auftraggeber verlangen explizit diese Qualifikation.
4. Zukunftssicherheit
Auch wenn Asbest seit 1993 verboten ist, steckt er noch in Millionen Gebäuden. Das bedeutet:
👉 Der Bedarf an Fachkräften mit großem Asbestschein bleibt langfristig hoch.
5. Wirtschaftlicher Vorteil
Auch finanziell lohnt sich die Investition:
Höhere Stundenlöhne
Zugang zu spezialisierten Projekten
Wettbewerbsvorteil gegenüber weniger qualifizierten Anbietern
Wenn Sie endlich den großen Schein machen möchten, dann laden wir Sie nach Solingen zum 4-tägigen Lehrgang mit anschließender Prüfung ein:

FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Asbestschein
1. Ist der kleine Asbestschein ausreichend für Handwerker?
Nur eingeschränkt. Für einfache Arbeiten ja, aber bei komplexeren Tätigkeiten oder größeren Projekten reicht er in der Regel nicht aus.
Wenn Sie ein Handwerker sind und überlegen, ob Sie überhaupt den großen Asbestschein benötigen oder nicht, dann empfehlen wir Ihnen lieber den TRGS 524 Schein (Arbeiten in kontaminierten Bereichen im Zusammenhang mit Gebäudeschadstoffen), denn bei diesem Lehrgang geht es nicht nur um einen einzigen Stoff (Asbest), sondern um alle weiteren typischen Schadstoffe wie PCB, PCP, Asbest, KMF, PAK, Formaldehyd usw.
Lesen Sie dazu gerne diesen Blobietrag:
2. Kann ich mit dem großen Asbestschein auch einfache Arbeiten durchführen?
Ja, absolut. Der große Asbestschein deckt alle Tätigkeiten ab, die auch mit dem kleinen erlaubt sind – und deutlich mehr.
3. Wie lange dauert die Ausbildung zum großen Asbestschein?
Die Schulung dauert bei uns 4 Tage, inklusive theoretischer und praktischer Inhalte.
4. Muss ich den Asbestschein regelmäßig erneuern?
Ja. Die Sachkunde ist in der Regel 6 Jahre gültig und muss danach durch einen Auffrischungskurs verlängert werden.
5. Lohnt sich der große Asbestschein finanziell?
Ja, in den meisten Fällen deutlich. Durch bessere Auftragsmöglichkeiten und höhere Qualifikation amortisieren sich die Kosten schnell.