
Geschrieben von Alexander Fleming
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PAK im Altbau – PAK erkennen, bewerten und sanieren
In Altbauten sind polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) häufig in teerhaltigen Baustoffen (z.B. Parkettkleber, Dachpappe, Asphaltschichten) zu finden. PAK gelten als krebserregend, erbgutschädigend und fortpflanzungsgefährdend. Da sie schwer abbaubar sind, reichern sie sich in Organismen an. In Deutschland gibt es keine generellen Wohnraumbelastungsgrenzwerte, aber im Arbeitsumfeld gelten TRGS-Werte: für Benzo[a]pyren – den Leitsubstanz für PAK – beträgt die Akzeptanzkonzentration 70 ng/m³, die Toleranzkonzentration 700 ng/m³. Als Orientierung dienen zudem EU-Vorschriften (z.B. PAK-Grenzwerte in Verbraucherprodukten: 1 mg/kg bzw. 0,5 mg/kg für Spielzeug) und Bodenschutzvorschriften (BBodSchV-Regelwerte für Benzo[a]pyren im Boden). Für die Erkennung von PAK-belasteten Baustoffen sind oft der typisch ölige Teergeruch und schwarze Färbung hilfreich. Die Messung erfolgt durch Staub- oder Materialanalysen (z.B. mittels GC-MS, DIN EN ISO 17993). Auf Grundlage der Messergebnisse wird ein Risiko bewertet und ggf. ein Sanierungskonzept erstellt. Die Sanierung erfordert meist staubarmes Abtragen durch Fachfirmen (Bodenschleifen, Fräsen) sowie fachgerechte Entsorgung als gefährlicher Abfall. Alternativ kommen kurz- und langfristige Maßnahmen wie Versiegeln oder Umnutzung in Betracht. Eine präventive Beurteilung und Checkliste hilft Hausbesitzern, PAK-Gefahren früh zu erkennen und fachgerecht zu reagieren. SEO-technisch sollte der Artikel Titel, Meta-Description, passende Überschriften und Keywords beinhalten.
Was sind PAK? Definition und Quellen im Altbau
PAK (auch PAH) sind eine große Gruppe organischer Verbindungen aus mehreren miteinander verbundenen Benzolringen. Charakteristisch ist ihre Struktur: Sie bestehen nur aus Kohlenstoff- und Wasserstoffatomen in drei bis sechs oder mehr aromatischen Ringen. Bekannte Vertreter sind z.B. Naphthalin (2 Ringe) oder Benzo[a]pyren (5 Ringe). PAK entstehen vor allem bei unvollständiger Verbrennung organischer Stoffe. Ein besonders wichtiger Herkunftsstoff ist Steinkohlenteerpech – dabei fallen beim Aufarbeiten von Steinkohle (Pyrolyse) große Mengen PAK an.
In Altbauten stecken PAK typischerweise in historisch eingesetzten Bauteilen: So wurden bis in die 1960er Jahre Parkett und Holzdielen häufig mit teerhaltigen (schwarzen) Klebstoffen verklebt. Auch Dachpappe, Bitumenbahnen, asphaltiertes Parkett sowie wasserundurchlässiger Asphalt (teergebunden bis ca. 1984) enthalten viel Steinkohlenteer und damit PAK. Schwarz eingefärbte Holzschutzmittel („Kreosot“) oder Bahnschwellen-Holz (Teerölimprägnierung) können ebenfalls PAK-haltig sein. Hinweis: Schwarze, ölige Farbtöne und stechender Geruch („Teergeruch“) deuten meist auf Teer- bzw. PAK-haltige Stoffe hin.
Beispiele Altbauquellen: Steinkohlenteer-Klebstoffe unter Parkett (bis ~1960er Jahre), Teerpappe auf Dächern, bituminöse Fußbodenbeschichtungen, teerhaltige Holzschutzmittel und Öle. Moderne Produkte enthalten dagegen keine Teeranteile mehr.
Gesundheitsrisiken von PAK
PAK sind aufgrund ihrer Toxizität und Persistenz problematisch. Viele PAK-Verbindungen sind nachweislich krebserregend, mutagen (erbgutschädigend) und fortpflanzungsgefährdend. Sie reichern sich in Fettgewebe an und werden nur langsam abgebaut.
Aufnahmepfade: Die Gefährdung erfolgt vor allem durch Einatmen von Staub (respiratorische Aufnahme) und Hautkontakt (resorptives Einatmen) mit PAK-haltigem Material. Bei Einatmen erhöht sich das Lungenkrebsrisiko, bei Hautkontakt das Hautkrebsrisiko. Kinder sind besonders empfindlich, da sie Bodenstaub leichter aufnehmen. Auch Tiere und Pflanzen können durch PAK-exponierten Boden geschädigt werden.
Symptome: Akut sind wenig spezifisch, langfristig verursachen PAK chronische Erkrankungen. Typisch sind zum Beispiel Mutationen, Tumorbildung oder Entwicklungsstörungen.
Zusammenfassung: PAK wirken krebserregend, erbgutschädigend und reproduktionsgefährdend. Ihre Wirkung zeigt sich meist erst nach Jahren. Deshalb müssen selbst geringe Belastungen in Wohnräumen beachtet werden.
Rechtliche Grenzwerte und Normen (DE/EU)
Arbeits- und Umweltschutz: In Deutschland werden zur Bewertung von krebserzeugenden Stoffen wie PAK Toleranz- und Akzeptanzkonzentrationen festgelegt (TRGS 910-Konzept). Für Benzo[a]pyren (BaP, Leitsubstanz der PAK) gilt: Toleranzkonzentration 700 ng/m³ (oberer Risikobereich) und Akzeptanzkonzentration 70 ng/m³ (zielwertnah). Die EU-Kommission schlägt für Benzo[a]pyren ebenfalls 70 ng/m³ als maximalen Expositionsgrenzwert vor (6. CMD, geplant). Diese Werte gelten für Arbeitsplatzluft; sie fließen in Arbeitsschutzbestimmungen ein (TRGS, DGUV).
Verbraucherprodukte: Für Baustoffe bzw. in Wohnräumen gibt es keine einheitlichen Grenzwerte. Allerdings regelt die EU-Chemikalienverordnung (REACH) Einschränkungen, z.B. max. 1 mg/kg eines krebserregenden PAK in Gummi-/Kunststoffprodukten, und 0,5 mg/kg speziell in Spielzeug/Babyartikeln. Diese Vorschriften sollen langfristig den Einsatz von PAK reduzieren.
Boden/Altlasten: Bei Grundstücken und Böden (z.B. angrenzend an Altbauten) gelten gemäß Bundes-Bodenschutzverordnung (BBodSchV) Prüf- und Eingriffsgrenzwerte für Benzo[a]pyren. So liegt z.B. der Prüfwert für Benzo[a]pyren in unbelasteten Böden bei 0,3–0,5 mg/kg TM (je nach organischem Kohlenstoff). Sobald diese Werte überschritten sind, sind Maßnahmen (z.B. Sanierung) vorgeschrieben. Diese Werte beziehen sich auf typische PAK-Mischungen (EPA-PAK16).
DIN-Normen: Für die Probenahme und Analyse gelten entsprechende Normen. Zum Beispiel regelt DIN EN ISO 17993 (2004) die Bestimmung von PAK (inkl. Benzo[a]pyren) in Umweltproben mittels HPLC-Fluoreszenz oder GC-MS. Akkreditierte Labore arbeiten nach DIN EN ISO/IEC 17025.
Hinweis: Es gibt keine festen Grenzwerte für PAK in Innenräumen. Stattdessen orientiert man sich an Arbeitsplatzrichtwerten und verwendet gegebenenfalls Erfahrungswerte (z.B. Empfehlung von <span style="font-style:italic">3–7 mg/kg Gesamt-PAK</span> im Hausstaub als auffällig). In jedem Fall ist bei nachgewiesenen PAK-Belastungen eine fachliche Bewertung erforderlich.
Erkennung und Messmethoden
Sichtbare Hinweise: Oft lässt sich PAK-Belastung schon am Baustoff erkennen. Schwarze, bitumenartige Kleber oder Anstriche und stechender Teer-Geruch sind typische Warnzeichen. Unter altem Parkett findet man häufig tarzhaltigen Klebstoff; Dach- oder Abdichtungsbahnen sind oft dunkel und rissig. Ist der Untergrund schwärzlich und ölig, sollte man an PAK denken. Allerdings sind manche bitumenhaltige Materialien (z.B. normale Dachpappe) nur wenig PAK-haltig – eine sichere Unterscheidung erfordert Analyse.
Probenahme: Zur exakten Bestimmung nimmt man Proben von Verdachtsmaterialien (z.B. an Oberflächen abgeschabte Stücke) oder Staubproben. Wischproben von Fußleisten oder freiliegenden Flächen erfassen PAK im Hausstaub. Staubproben mit Staubsaugergeräten oder Adsorptions-Filterpumpen eignen sich, um Schadstoffstaub aus der Raumluft einzufangen. In Baustoffen (Kleberreste, Estrich, Pappe) kann man Substanzproben entnehmen. Die Proben sendet man an ein chemisches Labor zur Analyse.
Laboranalysen: Die gebräuchliche Methode ist die Gaschromatographie mit Massenspektrometrie (GC-MS) oder HPLC-Fluoreszenzdetektion. Üblicherweise werden die EPA-16-PAK bestimmt (PAK16, einschließlich Benzo[a]pyren). Nach DIN EN ISO 17993 und DIN 38407-39 werden z.B. Extrakte auf Benzo[a]pyren und Co. analysiert. Messwerte beziehen sich meist auf Staubmasse (z.B. mg PAK/kg Staub) oder Raumluftkonzentration (ng/m³). Die Nachweisgrenzen liegen (je nach Verfahren) bei einigen 10 bis 200 ng/m³ für Luftproben.
Kostenrahmen: Eine Einzelanalyse (PAK-Gesamt) im Bau- oder Umweltlabor kostet typischerweise 100–200 € pro Probe. Eine Messung im Staub oder Material kann also mehrere hundert Euro kosten, da meist mehrere Proben (repräsentativ aus verschiedenen Räumen) nötig sind. Luftmessungen (mehrstündige Probenahme) sind aufwändiger und kosten in der Regel 200–600 € pro Messung.
Übersicht Messmethoden: In der folgenden Tabelle sind gängige Messverfahren und ihre Merkmale verglichen:
Verfahren | Probe | Analysenmethode | Merkmale | Kosten (ca.) |
|---|---|---|---|---|
Wischprobe | Hausstaub auf Tuch (Wisch) | GC-MS | Einfach, zeigt aktuelle Belastung an Oberfläche, aber nur oberflächlich | ~100 € je Messung |
Staubsammlung | Staubsaugerfilter | GC-MS | Erfasst Material abrieb (Parkettabrieb etc.), repräsentativ für Exposition über Boden | ~150 € je Messung |
Baustoffprobe | Material (Kleber, Pappe) | GC-MS, HPLC | Direkte Bestimmung im Belastungsmaterial, sehr genau | ~150 € je Probe |
Raumluftmessung | Langzeitprobenfilter (8h+) | GC-MS/HPLC | Misst tatsächlich eingeatmete Konzentration; aufwändig (Ausrüstung, Aufbereitungszeit) | ~300–600 € je Raum |
Labor-Standard (Norm) | z.B. Feststoffextrakt | GC-MS, HPLC | Normierte Verfahren (DIN EN ISO 17993 etc.), zuverlässig für Summen-PAK | - |
Visuelle Hinweise helfen – aber nur als Vorprüfung
Verdächtige Kleber sind oft schwarz bis braunschwarz. Unter Wohnparkett findet man sie häufig als eher dünne Schicht; bei Holzpflaster in Werkstätten oder gewerblich genutzten Räumen können die Schichten deutlich kräftiger ausfallen, teils zusammen mit schwarzen Vorstrichen, pappeartigen Zwischenlagen oder teerhaltigen Ausgleichsschichten. Genau hier liegt die Falle: Auch bitumenhaltige Kleber können dunkel aussehen. Eine optische Unterscheidung zwischen teerhaltig und rein bituminös ist laut LfU nicht sicher möglich.
Nachfolgend möchten wir Ihnen einige Bildbeispiel typisch PAK haltiger Baumaterialien zeigen, um das visuelle Erkennen von Verdachtsmomenten zu erleichtern.
PAK-haltige Dachbahnen

Achtung! Dachbahnen können nicht nur PAK haltig sein, sondern sind in vielen Fällen auch asbesthaltig. Wenn Sie mehr über Asbest erfahren möchten lesene Sie diesen Beitrag: Asbest erkennen!
PAK-haltige "verlorene Schalung"

Achtung! Die schwarze verlorene Schalung beinhaltet oft nicht nur PAK als Gefahrstoff, sondern sind in vielen Fällen auch Asbest. Wenn Sie mehr über Asbest erfahren möchten lesene Sie diesen Beitrag: Asbest erkennen!
Die auf dem Bild zu sehenden Hölzer können außerdem PCP-haltig sein. Arbeiten mit PCP dürfen nur von geschulten Unternehmen unter Einhaltung der TRGS 524 durchgeführt werden. Lesen Sie in diesem Beitrag warum wir Handwerkern die TRGS 524 Fachkunde ans Herz legen. TRGS 524 für Handwerker!
PAK haltiger Parkettkleber oder Gußasphalt

Neben PAK kann der hier dargestellte Aufbau auch Asbest in unterschiedlichen Einbauformen enthalten. Hier zu sehenden hellen Stellen sind Reste eines asbesthaltigen Steinholzestrichs.
PAK-haltiger Kleber von Floor Flexplatten

Bitte beachten Sie, dass Floor Flex Platten asbesthaltig sind!
PAK-und asbesthaltiger Kleber unterhalb von Floor Flexplatten

Sanierungsoptionen: Kurz- und langfristig (DIY vs Fachbetrieb)
Grundsatz: PAK-Belastungen sollten in der Regel von zertifizierten Fachfirmen saniert werden. Nur so sind wirksame Schutzmaßnahmen und ordnungsgemäße Entsorgung gewährleistet. Eigenleistung birgt hohe Gesundheitsgefahren (Staubaufwirbelung, Hautkontakt, Kontamination anderer Bereiche).
Kurzfristige Maßnahmen: Bis zur fachgerechten Sanierung können vorübergehend Raumluftreiniger oder intensive Lüftung helfen, die Staubbelastung zu reduzieren. Stark kontaminierte Möbel oder Bodenbeläge sollte man meiden bzw. abdecken (z.B. Spanplatten darüber legen). Schutzkleidung (Einweganzug, Atemmaske P3) ist empfehlenswert, wenn doch gearbeitet wird.
Langfristige Maßnahmen:
Mechanische Entfernung (Fachbetrieb): Mit Schleif- oder Fräsmaschinen werden PAK-haltige Beläge großflächig abgetragen. Dabei sind Staubbindungsmaßnahmen und Unterdruckabsaugung Pflicht. Dieses Verfahren entfernt den Schadstoff vollständig, verursacht aber hohen Aufwand und Kosten (in Deutschland rund 50–120 € pro m² für die Entfernung von PAK-Kleber). Es ist meist unumgänglich, wenn neue Nutzungen (z.B. Wohnungen) geplant sind.
Thermische Behandlung: Bei Boden- oder Erdabtrag kann eine anschließende Pyrolyse oder Hochtemperaturbehandlung möglich sein. Dies ist für Innenräume aber kaum realisierbar und eher bei Altlasten im Freien relevant.
Chemische/Biologische Verfahren: Spezielle Reagenzien (Oxidationsmittel) oder Mikroorganismen können PAK im Boden abbauen. In Gebäuden kaum anwendbar, da großflächige Substitution nötig wäre.
Versiegelung/Kapselung: Unter Umständen kann man PAK-haltige Schichten mit einer dichten Beschichtung (Epoxidharz, Kunststoffharz) versiegeln, insbesondere wenn ein Abrieb unwahrscheinlich ist. Dies mindert kurzfristig die Emission, ist aber keine Dauerlösung: Bei Beschädigung tritt das Problem wieder auf. Ein Beispiel sind PAK-Fußbodenversiegelungen, bei denen der Bodenbelag verbleibt und nur die Oberfläche fixiert wird.
Austausch betroffener Bauteile: Gelegentlich kann man (wenn nur Teilflächen belastet sind) einzelne Holzdeckenplatten oder Dachpappen austauschen und durch neue, PAK-freie Werkstoffe ersetzen. Moderne Spanplatten oder Kleber basieren heute auf Formaldehydharzen oder Dispersionsklebern – sie sind PAK-frei. Hinweis: Viele Spanplatten neuerer Bauart enthalten aber Formaldehyd, daher immer geprüfte emissionsarme Produkte verwenden.
Entsorgung: PAK-haltige Abfälle zählen meist zu gefährlichen Abfällen. Sie müssen fachgerecht nach Kreislaufwirtschaftsgesetz entsorgt werden. Etwa Boden- oder Dämmstoffabfälle aus PAK-belasteten Bereichen dürfen nicht im Hausmüll landen; sie sind als Sondermüll zu übergeben (mit entsprechenden Entsorgungsnachweisen).
Kostenbeispiele: Die folgende Tabelle zeigt typische Sanierungsmaßnahmen mit ihren Vor- und Nachteilen (Preise gelten Richtwerte, Stand 2025):
Sanierungsmaßnahme | Vorteile | Nachteile | Kosten |
|---|---|---|---|
Mechan. Entfernung (Fräsen) | Vollständiges Entfernen der Quelle – dauerhaft wirksam. | Sehr aufwändig, staubintensiv, hohe Schutzkosten. | 50–120 €/m² (Bodenentfernung) |
Ausbau & Neubelag | Oft kombiniert mit fachmännischem Austausch. | Teilweise nur Transportschritt, teure Entsorgung. | ähnlich wie mechanisch |
Versiegelung/Kapselung | Günstigere Sofortmaßnahme, schnell umsetzbar. | Behandelte Oberfläche bleibt kontaminiert; Haltbarkeit fraglich. | ca. 10–30 €/m² (beschichten) |
Teilaustausch | Keine aufwendige Demontage ganzer Flächen. | PAK bleibt im Altbestand, mögliche Restemission. | variabel (Anfahrt, Kleinteile) |
Lüftung / Reinigungsgeräte | Kostengünstig, sofort anwendbar. | Nur ergänzende Maßnahme, beseitigt Ursprung nicht. | Gering (Lüften), Luftreiniger ~50–150 €/Monat |
Fachfirmen verbinden meist mechanische Entfernung mit Unterdruck-Entstaubung. Nach Abschluss sollten Abschlussmessungen zeigen, dass PAK-Spuren unter Grenzwerten liegen. Es gilt: Je höher der PAK-Gehalt und je empfindlicher die Nutzung (z.B. Kinderzimmer), desto tiefer muss saniert werden.
Wer solche Situationen regelmäßig beurteilen oder vorbereiten muss, baut mit einem 2‑tägigen Lehrgang zu Gebäudeschadstoffen nach Anlage 2B zu TRGS 524 praxisnah Wissen auf – dezent gesagt: Das ist keine Pflichtromantik, sondern echtes Baustellenwissen.

Prävention und Nachsorge
Planung und Voruntersuchung: Bereits bei Kauf oder vor Umbau eines Altbaus sollte eine Schadstoffanalyse (inkl. PAK) erfolgen. Dabei kann z.B. ein Baubiologe oder Schadstoffgutachter Verdachtsstellen prüfen.
Arbeits- und Schutzmaßnahmen: Bei Bauarbeiten in Altbauten auf staubarmes Arbeiten achten. Vermeiden Sie freies Abschleifen alter Böden ohne Absaugung. Tragen Sie beim Umgang mit verdächtigen Materialien Atemschutz (Partikelfilter P3) und Handschuhe.
Dauerlüftung: Gute Belüftung hilft, PAK-Staub nicht dauerhaft anzureichern (besonders wenn Teerverdunstungen vorliegen). Kontrolle des Feinstaub-Niveaus (Ruß in Luft) kann Aufschluss geben.
Folgemessung: Nach Sanierung ist eine erneute Schadstoffmessung sinnvoll, um den Erfolg zu dokumentieren. Auch nach einigen Monaten kann eine erneute Staubprobe überprüft werden, ob keine neue Belastung auftritt.
Regelmäßige Kontrolle: Gerade bei älteren Gebäuden empfiehlt es sich, Perioden des Freilegungs- oder Renovierungsbedarfs nicht zu verschieben. Ein Sanierungskonzept sollte bereits im Bauleitplan stehen.
Dokumentation: Alle Sanierungsmaßnahmen inklusive Messwerte sollten dokumentiert werden (Sanierungskonzept, Entsorgungsnachweise). Das kann später hilfreich sein (z.B. bei Verkauf oder Versicherungsfall).
Zusammenfassend: Prävention bedeutet, PAK-Quellen möglichst zu vermeiden und bei Unklarheiten fachkundig untersuchen zu lassen. Nachsorge heißt, betroffene Bereiche im Auge zu behalten und bei Umbauarbeiten PAK-Verdacht ernst zu nehmen.
Checkliste für Hausbesitzer
Hausbesitzer können mit folgender Checkliste eigenständig erste Anzeichen einer PAK-Belastung ermitteln und Maßnahmen ergreifen:
Optische Kontrolle: Gibt es schwarze, bituminöse Stoffe (Parkettkleber, Dachpappe, Teerfarben)? Riecht irgendetwas ölig/teerig?
Baualters-Check: Wurden Bauteile vor 1970 eingebaut? Insbesondere Parkett und Dielenklebstoffe (teerhaltig bis ~Ende 60er) oder bituminöse Dachbeläge.
Materialprobe: Bei Verdacht kleine Proben entnehmen (z.B. Kleberreste) und zu einem Schadstofflabor schicken.
Staubprobe: Einfache Hausstaubprobe (Staubtuch über Fußleisten abwischen) und auf PAK analysieren lassen.
Fachliche Beratung: Bei positivem Ergebnis oder Unsicherheit einen zertifizierten Schadstoffgutachter beauftragen (z.B. Baubiologe, Umweltlabor, Handwerksmeister für Schadstoffe).
Sanierungskonzept: Auf Grundlage einer Messung oder Begutachtung ein Sanierungskonzept erstellen lassen (BGBau-PHK „PAK-Klebstoffe“ oder TRGS 524 beachten).
Vermeidung: Bis zur Sanierung PAK-Freisetzung minimieren: Räume oft lüften, keine Teppiche abreißen, nichts abschleifen. Kinder und Haustiere vom Bereich fernhalten.
Dokumentation: Alle Schritte dokumentieren (Messprotokolle, Sanierungsangebote, Entsorgungsnachweise).
Diese Checkliste hilft, frühzeitig PAK-Schäden zu entdecken und gezielt zu handeln.
FAQ zum Thema PAK
1. Was sind PAK und woher kommen sie?
2. Warum sind PAK gefährlich?
3. Wie erkenne ich PAK im Haus?
4. Welche Grenzwerte gelten für PAK?
5. Wie läuft eine PAK-Sanierung ab?